Das hatten wir auch noch nicht oft, aus dem Urlaub zurückgekommen und festgestellt, dass man nicht nur die Zahnbürste oder den Hustentee dort vergessen hat, sondern auch den Verstand und besonders das Herz. Ich wollte nie nach Berlin ziehen, weil immer alle dahin wollen und was soll ich denn dazwischen; vorgestern saßen wir vor dem PC und überlegten, welches Konzert wir als Vorwand unserer nächsten Reise benutzen könnten. Fünf Tage geweint nach einem Abend, irgendwann fällt das Lachen dann doch leichter.
Verliebt in den Auszug einer Stadt irgendwo zwischen dem Rosenthaler Platz und der Danziger Straße, verliebt in den kompetenten Barmann, der schon mit 15 Jahren gestreifte Shots erfunden hat, verliebt in die die Band, die völlig unerwartet in besagter Bar alle Herzen im Sturm eroberte, verliebt in den Vanillevodka, verliebt in Käsebrötchen mit Barbecuesauce und verliebt in den Mann mit der wunderschönen Stimme, der mich dazu bringt, zu Bon Jovi Luftgitarre zu spielen, besser kann ein Urlaub gar nicht sein und so betrachtet gibt es herzlich wenig Grund zu weinen, mein Kind.
Nur, dass in der Heimatstadt die Menschen alle so unfreundlich gucken, wenn man mit den Stone Roses auf den Ohren debil vor sich hin grinsend durch die eiskalten Straßen tanzt.